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Kaninchenstall-Schutz vor
Benagung durch die Kaninchen

 

Auch gute Marken-Kaninchenställe bekommen in ihren Bewertungen häufig die Kritik, dass sie "sehr lecker für die Kaninchen" sind. Sie werden allzu schnell von den Kaninchen benagt oder zernagt - bis sie unansehnlich oder sogar nicht mehr funktionstüchtig sind.

Kaninchen sind zwar keine echten Nagetiere, dennoch gehört das Nagebedürfnis zu ihren grundlegenden Lebensbedürfnissen. Und wenn sie nichts geeignetes zum Zernagen haben, dann muss eben der Stall dran glauben. Doch da gibt es bessere Möglichkeiten. Vor allem die folgenden zwei Nage-Alternativen für unsere Langohren haben sich bewährt (und sollten auch in der Käfig-Haltung angewendet werden, auch wenn da das Benagungsproblem in der Regel nicht so groß ist):

 

Kleine Zweige zum Zernagen

Zum einen sollten den Kaninchen stets einige kleine Zweige oder Äste im Kaninchenstall zum Zernagen zur Verfügung stehen. Diese Zweige sollten sein

  • aus möglichst weichem Holz (beliebt sind z. B. Obstbaumzweige),
  • möglichst frisch,
  • möglichst mit Knospen,
  • ungespritzt!
  • von ungiftigen Pflanzen!

 

Ein Nagebrett

Das Nagebrett, häufig auch "Vorbrett" oder "Schutzbrett" genannt, kann man sich wie eine Balkonschutzwand vorstellen. Es wird senkrecht ganz vorne vor den offenen Stallbereich eingeschoben. In der Breite deckt es den gesamten offenen Stallbereich ab, indem es von der linken bis zur rechten Stallwand verläuft. An den Stallwänden wird es locker zwischen jeweils zwei Führungsschienen aus Holzleisten (Hartholz!) oder Metallwinkel eingeschoben. Die Höhe sollte ca. 10cm betragen. Die Dicke (Stärke) ist nicht so wichtig. Der eigentlichen Zweck dieses Brettes besteht darin, beim Öffnen der großen Stalltür dafür zu sorgen, dass nichts aus der Stallbucht fällt wie zum Beispiel junge Kaninchen, Stroh, Futterreste, usw.

Da dieses Brett den Kaninchen beim aus dem Stall schauen immer mit der Kante direkt vor der Nase hängt und sie einen sehr guten Zugriff auf diese Kante haben, wird es mit Vorliebe angenagt. Das ist ja auch so gewollt. Das Nagebrett kann man jederzeit wieder herausziehen und gegen ein neues eintauschen, während Benagungen an anderen Stallteilen sehr ärgerlich sind.

Als Material sollte man so weiches Holz verwenden, wie man bekommen kann. Nadelholz knabbern die Langohren besonders gerne. Wichtig ist, dass das Holz natürlich völlig unbehandelt ist. Im Gegensatz zu allen anderen Stallteilen darf es ruhig rau und kantig sein, das verführt die Kaninchen ja gerade zum Benagen. Dabei sollte jedoch für Kaninchen und Kaninchenhalter keine Verletzungsgefahr (z. B. durch Splitter oder Ähnliches) bestehen.

 

Weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung von Nageschäden

Wie schon im Kapitel "Nagebrett" erwähnt, reizen gerade raue und Kantige Hölzer die Kaninchen zum Benagen. Dementsprechend sollte man für möglichst glatte und kanten- bzw. eckenfreie Holzelemente im Kaninchenstall sorgen.

Je weicher das Holz ist, desto leichter und lieber wird es benagt. Da das weiche (und für die Kaninchen "leckere") Nadelholz aufgrund seiner einfachen Verarbeitung und den geringen Kosten vorrangig für die Fertig-Kaninchenställe aus dem Handel verwendet wird, besteht hier ein besonders hohes Benagungs-Risiko. Wenn jedoch stets - wie oben beschrieben - ein paar kleine Zweige und ein "leckeres" Nagebrett vorhanden ist, sollte das Benagungs-Problem auch bei einem Kaninchenstall aus Nadelholz in den Griff zu bekommen sein.