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Das Bodengitter im Kaninchenstall

 

Bodengitter sind praktisch für den Kaninchenhalter und unbequem (bis schmerzhaft) für die Kaninchen. Kaninchen sind erdverbundene Tiere. Sie leben auf und vor allem in der Erde und haben mit ihren Füßen stets direkten Kontakt zur Erde. Ein Kaninchen-Dasein auf einem Gitter-Rost ist meiner Ansicht nach nicht artgerecht. (Es gibt jedoch sehr viele Kaninchenzüchter, die das anders sehen.) Auch die häufigen Verwundungen an den Läufen der Kaninchen sprechen eher gegen den Einsatz von Bodengittern.

Dennoch helfen Bodengitter, die Hygiene-Verhältnisse im Kaninchenstall zu optimieren.

Vor allem in der Massen-Kaninchenzucht, wo die Wirtschaftlichkeit und Zeitersparnis im Vordergrund steht und viele und vor allem auch größere Kaninchen versorgt werden müssen, haben sich Bodengitter bewährt. Sie erleichtern die Arbeit, verbessern die Hygiene und mindern die Ansteckungsgefahr der Kaninchen über ihre Ausscheidungen.

Wer die Kaninchenhaltung aus Liebhaberei betreibt und nur wenige und kleinere Kaninchen versorgen muss, kann durch gutes Einstreu und regelmäßiges Leeren und Reinigen der Kotwanne auf ein Bodengitter gut verzichten.

Wenn ein Bodengitter verwendet wird, sollte es zusätzlich stets mit einer Strohschicht bedeckt gehalten werden.

 

Teilrosthaltung - ein sinnvoller Kompromiss

Dieser folgende Möglichkeit soll hier nicht unerwähnt bleiben. Ziel dieser Sauberkeits-Erziehung ist es, die Kaninchen dazu zu ermutigen, nur in einem kleinen begrenzten und dafür vorgesehenen Teil des Kaninchenstalls ihre Ausscheidungen zu machen. Dazu geht man folgendermaßen vor:

  • Anfangs besteht der Stallboden ganzflächig aus einem Bodengitter und einem (ebenerdigen) Ruhebrett ganz vorne am Fenster des Stalls, das gerade groß genug für die Kaninchen ist. Wenn alles gut klappt, werden sich die Kaninchen bemühen, den kleinen kostbaren Ruhebereich sauber zu halten und nur auf dem Gitter ihre Ausscheidungen machen.
  • Nach und nach (Tage oder Wochen später) vergrößert man die Ruhefläche Stück für Stück durch das Anfügen von weiteren Holzleisten an das Ruhebrett.
  • Schließlich ist das Bodengitter auf ein Minimum im hinteren Stallbereich geschrumpft und der komfortable Bodenbereich nimmt den Hauptteil des Kaninchenstalls ein.

So bleiben die Buchten größtenteils sauber, die Kaninchen kommen nicht mit ihren Ausscheidungen in Berührung und haben es trotzdem bequem.

 

Sinnvolles Material für das Bodengitter

Holz

Holz ist von allen Material-Alternativen am komfortabelsten für die Kaninchen, auch wenn der Begriff "Komfort" hier sicherlich völlig fehl am Platze ist. Zumindest können sich die Kaninchen auf den breiten Latten einfacher fortbewegen und auch besser verweilen. Sie sind griffiger und auch wärmer als Kunststoff oder Metall.

Der Nachteil ist, dass Holz bei weitem nicht so langlebig ist wie Metall der Kunststoff. Zum einen wird es von den Kaninchen angenagt, zum anderen wird es auch trotz nachträglicher Versiegelung nicht ewig der Urin-Zersetzung standhalten.

Folgende Eigenschaften eines Bodengitters aus Holz sind sinnvoll:

  • Man verwendet möglichst hartes Holz.
  • Die Latten sind glatt-gehobelt und die Kanten sind glatt abgerundet.
  • Als Lattenbreite sind 20mm-30mm sinnvoll.
  • Der Abstand zwischen den Latten sollte 12mm-16mm betragen.
  • Um Kot-Ecken zu vermeiden, sollte der Abstand an den Rändern etwas größer sein.
  • Damit die Kot-Kügelchen nicht hängen bleiben, sollte sich der Spalt zwischen den Latten nach unten hin erweitern. (siehe Schaubild)

Kotwanne-Kaninchenstall

 

Metall (Draht)

Drahtroste sind für den Kaninchenhalter am praktischten, sie sind robust und lassen sich leicht reinigen und desinfizieren. Für das Wohlbefinden der Kaninchen sind sie sicher keine gute Wahl. Man braucht sich nur einmal vorzustellen, man müsste sein Leben barfuß auf einem Metallgitter verbringen.

Metallgitter (Drahtroste) müssen unbedingt absolut rostfrei sein - also gut verzinkt. Jedoch werden auch die gut verzinkten Metallgitter aufgrund des scharfen Urins früher oder später zu rosten beginnen. Eine Kunststoff-Ummantelung ist daher noch langlebiger.

Außerdem sollten sie folgende Eigenschaften haben:

  • Die Drahtstärke ist ca. 1,5mm.
  • Die Maschenbreite ist 7mm - 10mm.
  • Das Gitter ist völlig eben (z. B. glattgewalzt) und hat keine Erhebungen.
  • Es hat auch keine scharfen Kanten.

 

Kunststoff

Reine Kunststoffgitter sind seltener zu finden. Sie sind leicht und einfach zu reinigen. Dafür gehen sie schneller kaputt. Genauso wie die Kotwannen sind sie temperaturempfindlich und werden bei Kälte leicht brüchig. Aufgrund der Glätte sind sie für die Kaninchen nicht so gut begehbar.