Das Einstreu im Kaninchenstall
Das Einstreu ist der Boden, auf dem die Kaninchen (Zwerghasen) leben. Es ist das eigentliche Element, was die Lebensqualität der Kaninchen im Stall ausmacht. So ist es naheliegend, das Einstreu-Material gut auszuwählen, damit nicht zu geizen und es vor allem regelmäßig und möglichst häufig zu wechseln, damit der Kaninchenstall oder Kaninchen-Käfig stets mit sauberen und frischen Einstreu ausgefüllt ist. Gutes und häufig erneuertes Einstreu macht den Hauptteil der Kaninchenstall-Hygiene aus.
Trocken und staubfrei
Die Hauptaufgabe des Einstreus ist es, das Urin der Kaninchen aufzunehmen. Dafür muss es möglichst trocken und saugfähig sein und möglichst viel Feuchtigkeit aufnehmen und an sich binden können. Gleichzeitig darf es aber auch nicht stauben, was sonst die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kaninchen mit ihren empfindlichen Atmungsorgane leicht beeinträchtigen könnte.
Wenn das Einstreu nicht trocken genug ist (z. B. Rasen- oder Wiesenschnitt), kann es feuchte Hitze entwickeln und beginnen zu gären. Wird dieses dann von den Kaninchen gefressen, gehen sie an den folgenden Blähungen ein.
Geruchsbindend und gut riechend
Gerade weil die Kaninchen einen sehr guten Geruchssinn haben, ist es wichtig, dass das Einstreu keinen starken und womöglich noch unnatürlichen Eigengeruch hat. Viele Gerüche, die wir kaum wahrnehmen, sind für die Kaninchen furchbarer Gestank.
Vor allem im Interesse des Kaninchenhalters und der Menschen in seinem Umfeld ist es, dass das Einstreu die Gerücke der Kaninchen-Ausscheidungen an sich bindet. Auch der Kaninchenstall selbst nimmt dann nicht so schnell den Geruch eines Kaninchenklos an.
Heimisches Einstreu beim Umzug
Die Kaninchen orientieren sich stark an den Gerüchen der Umgebung. So ist es hilfreich für junge Kaninchen bei der Einquartierung in einen neuen Kaninchenstall, wenn man ihnen noch etwas heimisches Einstreu aus dem Herkunftsstall in ihr neues Zuhausee tut.
Stroh ist als oberste Einstreu-Schicht unentbehrlich
Aufgrund des Bedürfnisses an Faserstoffen (Balaststoffen) fressen Kaninchen auch vom Einstreu. Dazu ist Stroh bestens geeignet. Fehlt Stroh, werden häufig die Eintreu-Alternativen gefressen, die nicht so gut bekömmlich und teilweise sogar gesundheitsschädlich sein können. Daher sollte das Stroh, das als Einstreu verwendet wird, auch stets in seiner Qualität als Futtermittel tauglich sein - also frisch, trocken und absolut schimmelfrei.
Die oberste Einstreu-Schicht darf nicht zu hart sein. Stroh ist weich und kommt dem natürlichen Lebensumfeld der Kaninchen am nächsten. Es ist gemütlich, kuschelig und isoliert (wärmt von unten). Sie können sich auch damit ein Nest bauen.
Als oberste Schicht des Einstreus sollte also nie auf Stroh mit guter Qualität verzichtet werden.
Was die Stroh-Sorte anbelangt, so gehen die Meinungen über Haferstroh auseinander. Manche schwören darauf, die anderen raten ab, weil sich davon die Kaninchen gelblich verfärben können. Roggen-, Weizen- und Gerstenstroh sind da eher unproblematisch. Roggenstroh gilt hier noch als am wenigsten verfärbend.
Stroh saugt jedoch die Feuchtigkeit nicht auf, sondern leitet sie weiter nach unten. Deshalb ist es notwendig, unter der Stroh-Schicht noch eine weitere Einstreu-Schicht zum Aufsaugen der Feuchtigkeit einzurichten.
Die untere Eintreu-Schicht zur Feuchtigkeits-Aufnahme.
Als untere Schicht zur Feuchtigkeits-Aufnahme kann Weichholz-Späne verwendet werden. Der Nachteil von Holzspäne ist, dass es im Fell der Kaninchen hängen bleiben kann. Wichtig dabei ist, dass es sich wirklich um reine Weichholz-Späne ohne Zumischung von Hartholz- oder Spanplattenspäne handelt. Außerdem muss es absolut trocken und staubfrei sein.
Noch besser geeignet als Saugschicht auf dem Stallboden ist Torfmull, wenn er trocken und staubfrei ist. Torfmull kann besonders gut Feuchtigkeit aufnehmen und Gerüche an sich binden. Der Kaninchen-Mist aus Torfmull kann auch gut zur Bodenaufbesserung und zum Düngen genutzt werden.
Das Hinzufügen von Stallsuperphosphat (z. B. "Stall-Super") in die untere Einstreu-Schicht verbessert dessen Wirkung noch zusätzlich, indem es
- Gerüche und Feuchtigkeit bindet,
- die Entwicklung von Krankheitskeimen hemmt,
- die Entstehung von Ammoniak verhindert,
- gegen Fliegenmaden und andere Insektenvermehrung wirkt und
- den Kaninchenmist als späteren Dünger optimiert.
Auch Stroh-Pellets und andere im Handel erhältlichen Einstreu-Produkte für Kaninchen (wie z. B. Hanfstreu, Leinstreu, Buchengranulat, ...) eignen sich zur Feuchtigkeits-Aufnahme und Geruchsbindung als Einstreu-Unterschicht. Kleintierstreu erfreut sich dabei der größten Beliebtheit. Wichtig ist dabei, das die Strohschicht darüber dick genug ist, da sich diese Produkte aufgrund ihrer Härte nicht als "Lauf- und Wohnfläche" für die Kaninchen eignen.
Ungeeignetes Einstreu
Folgende Materialen sollten nicht als Einstreu verwendet werden:
Kein Heu als Einstreu!
Heu ist das Futtermittel Nummer 1. Es taugt jedoch nicht als Einstreu, da es staubt, wenn es trocken ist, und schimmelt, wenn es feucht wird. Heu sollte immer separat an einem erhöhten, sauberen und geschützen Ort (in einer Raufe) zur Verfügung stehen.
Kein Katzenstreu!
Katzenstreu sollte auf keinen Fall verwendet werden. Wenn es gefressen wird, schadet es dem Kaninchen. Schon alleine durch den Staub können die Kaninchen erkranken.
Keine Zeitungen!
Auch Zeitungen sind nicht als Einstreu für Kaninchen geeignet. Sie taugen nicht und sind giftig, wenn sie gefressen werden.
Blätter taugen nicht.
Trockene Blätter sind aufgrund ihrer schlechten Saugfähigkeit nicht so gut geeignet.

