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Feuchtigkeit im Kaninchenstall

 

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit im Kaninchenstall sollte nicht zu niedrig und auch nicht zu hoch sein. Kaninchen haben sehr empfindliche Atmungsorgane. Je trockener die Luft ist, desto staubreicher ist sie auch. Deshalb sollte bei der Kaninchenhaltung in der Wohnung der Käfig oder Stall nicht zu nahe der Heizung sein. (Siehe dazu auch Überhitzungsgefahr.) Je niedriger die Luftfeuchtigkeit ist, desto wichtiger ist die ständige Versorgung der Tiere mit Frischwasser.

 

Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Eine zu niedrige aber vor allem auch zu hohe Luftfeuchtigkeit kann Infektionskrankheiten begünstigen. Meistens liegt das Problem bei der Kaninchenhaltung jedoch darin, dafür zu sorgen, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit kann sich das Kaninchen leichter überhitzen. Auch die Gefahr der Schimmelbildung im Kaninchenstall geht mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit einher.

 

Richtwerte für optimale Luftfeuchtigkeit

In den unzähligen Büchern und Webseiten über Kaninchenhaltung werden die verschiedensten Richtwerte für die angemessene Luftfeuchtigkeit im Kaninchenstall angegeben. Es sind unter anderem folgende Richtwerte zu finden:

  • 40%-60%,
  • 50%-60%,
  • 50%-70%,
  • 60%-70%
  • und sogar 70%-80%.
Dabei würde ich die Maximal-Grenze bei 70% anlegen. Bei 80% ist allein die Gefahr der Schimmelbildung schon recht groß.

 

Ursachen erhöhter Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit im Kaninchenstall wird unter anderem erhöht durch

  • Wettereinflüsse von draußen (Schnee, Regen und hohe Luftfeuchtigkeit),
  • Verdunstung von Urin,
  • Verdunstung von Trinkwasser,
  • Ausdünstungen von Frischfutter / Saftfutter und
  • die Atemluft der Kaninchen.

 

Maßnahmen gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit

Gut Lüften

Am naheliegensten ist es natürlich, stets für eine gute Lüftung zu sorgen. In Bezug auf die Luftfeuchtigkeit ist bei der Lüftung noch zu erwähnen, dass die Luft um so mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, je wärmer sie ist. Das bedeutet praktisch:

Führt man dem Kaninchenstall von draußen kalte Luft zu, die dann erwärmt wird, nimmt sie Feuchtigkeit auf und es wird trockener im Kaninchenstall.

Warme Luft, die von von draußen zugeführt wird und die sich dann im Kaninchenstall abkühlt, gibt Feuchtigkeit an den Kaninchenstall ab. Kalte (und glatte) Wände oder Decken beschlagen dann und werden feucht.

 

Regelmäßig reinigen

Durch das regelmäßige Reinigen wird die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch Urin, verschüttetes Trinkwasser und Frischfutter-Reste im Rahmen gehalten. Mehr zu diesem Thema im Kapitel Hygiene im Kaninchenstall.

Auch durch gutes trockenes Einstreu kann man der Feuchtigkeit entgegenwirken.

 

Einen sinnvollen Standort für den Kaninchenstall wählen.

Auch die Standortwahl für den Kaninchenstall hat Auswirkungen auf die vorherrschende Luftfeuchtigkeit. Deshalb sollte man dabei nach einem trockenen, luftigen und hellen Plätzchen ausschau halten. Sinnvoll ist es zum Beispiel unter Laubbäumen (z. B. Obstbäume). Diese spenden im Sommer kühlenden Schatten und lassen im Winter in den begrenzten Sonnenstunden ein wenig Tageslicht auf und in den Stall fallen, was dazu beiträgt, dass der Stall trocken bleibt und Schimmel sich nicht so leicht bildet.

Wichtig bei der Außenhaltung ist es in dem Zusammenhang, dass der Kaninchenstall gut wettergeschützt steht, sodass nicht noch zusätzliche Feuchtigkeit durch Regen oder Schnee dazukommen kann.

Was die Innenhaltung betrifft, so sind speziell Kellerräume und alte Stallräume (von Großvieh) aufgrund zu hoher Luftfeuchtigkeit häufig ungeeignet (und aufgrund des Mangels an Tageslicht und Frischluft).

 

Ein gutes Kaninchen/Raum - Verhältnis

Je mehr Kaninchen auf kleinem Raum sind und je größer die Tiere sind, desto größer ist logischerweise die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit (und die Verschlechterung der Luftqualität generell). Auch wenn Kaninchen dringendst Gemeinschaft mit anderen Kaninchen benötigen (Einzelhaltung ist nicht artgerecht), so sollte man auch in Anbetracht der Luftqualität die Anzahl der Tiere möglichst klein und die Größe des Kaninchenstalls möglichst groß halten.

 

Unversiegelte Wände / Decke

Natürlich muss im Kaninchenstall durch wasserdichte Materialien oder Versiegelung dafür gesorgt werden, dass der untere Bereich der Wände und vor allem der Boden nicht durch das Urin (oder verschüttetes Trinkwasser) beschädigt oder verunreinigt wird. Auch nach außen muss der Kaninchenstall wasserdicht und wetterfest sein.

Die oberen Bereiche der Wände und vor allem die Decke sollten jedoch im Innenbereich aus offenporigem Holz oder anderem atmenden und Feuchtigkeit transportierendem Material sein, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und vor allem diese Bereiche nicht beschlagen. Eine Lösung kann zum Beispiel sein, das (wetterfeste) Dach so weit überstehen zu lassen, dass von Außen an die offenporigen Wände keine Nässe gelangen kann. Eine andere Lösung kann sein, den ganzen Kaninchenstall (aus Holz) an einem regen- und wetterfesten Standort aufzustellen. (Unter einem Vordach, Carport oder ähnlichem)