Die richtige Temperatur im Kaninchenstall
Die ideale Temperatur
Optimal sind Temperaturwerte zwischen 14°C und 18°C.
Hierbei geht es jedoch in erster Linie darum, möglichst gute Zuchtergebnisse zu bekommen. Je optimaler die Temperatur im Kaninchenstall, desto weniger Energie muss das Kaninchen aufbringen, um die Temperatur auszugleichen. Je weniger Energie das Kaninchen aufwenden muss, desto niedriger ist die Investition (Futter, Aufwand, Kosten, ...) im Verhältnis zur Ertragsmenge an verwertbaren Kaninchenfleisch.
In der freien Natur gibt es auch keine konstanten Idealtemperaturen. Auch im Winter kommen die Wildkaninchen aus ihren (unbeheizten) Höhlen, um Nahrung zu suchen und ihre Ausscheidungen zu machen. Wenn es einem also weniger um die Wirtschaftlichkeit einer ertraghaltigen Massenzucht geht, für den ist eine Idealtemperatur nicht so wichtig.
Nicht zu warm!
Ganz wichtig ist jedoch für jeden Kaninchenhalter, dass sich die Bewohner in seinem Kaninchenstall nicht überhitzen! Bei 25°C liegt die absolute Höchstgrenze. Noch besser ist es, eine Obergrenze bei 20°C anzustreben, dann bleibt man immer im grünen Bereich (in dem sich die Kaninchen wohlfühlen). Kaninchen können nicht schwitzen so wie wir, wenn ihnen zu warm ist. Sie nutzen vor allem ihre großen und wenig behaarten Ohren sowie das Hecheln zur Kühlung
Deshalb ist es auch so wichtig, dass der Stall niemals in der prallen Sonne steht. Auch im Freilaufgehege brauchen die Kaninchen grundsätzlich immer eine Möglichkeit, ein schattiges und kühles Plätzchen zu finden. Auch in der Wohnung im Kaninchenkäfig kann es im Sommer leicht zu überhöhten Temperaturen kommen.
An besonders warmen Sommertagen sollten Sie neben der guten Lüftung und ausreichend frischem Wasser eine Möglichkeit zum (freiwilligen) Abkühlen verschaffen. Die Kaninchen können sich ja nicht wie ihre wilden Artgenossen einfach in die kühle Erdhöhle verkriechen. Dazu gibt es zum Beispiel Möglichkeiten:
- - Eine große Kachel oder flache Steinplatte auf dem Erdboden kann die Kühle der Erde gut an das Kaninchen weitergeben.
- - Bei extremer Hitze kann man ein oder zwei Kühl-Akkus als Fläche mehrmals mit Handtüchern umwickeln, sodass sich das Kaninchen darauf legen kann, jedoch keinen direkten Berührungs-Kontakt hat. Achten Sie darauf, dass das Kaninchen die Akkus nicht annagt! Nagesicher sind dagegen gut verschlossene Glasflaschen, die vorher zu 70% mit Wasser gefüllt und dann eingefroren wurden. Ganz wichtig ist, dass auch diese Behälter gut mit Handtüchern (oder ähnlichem) umwickelt sind.
Je wärmer (und auch je trockener) es im Kaninchenstall ist, desto mehr Trinken sollte auch für die Kaninchen zur Verfügung stehen.
Im Winter draußen?
Natürlich ist es möglich, die Kaninchen das ganze Jahr über im Kaninchenstall draußen zu halten. Sie stellen sich auf die niedrigen Temperaturen ein, indem sie ein dichteres Fell bekommen. Dafür ist es jedoch notwendig, dass man die Tiere bereits im Frühjahr nach draußen einquartiert, damit sie sich allmählich auf die kommenden Wintertemperaturen einstellen und ihre Unterwolle dementsprechend verdichten können. Grundsätzlich mögen Kaninchen keine drastischen Temperaturschwankungen.
Dazu muss ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden, dass die Kaninchen stets Zugang zu frischem und nicht zu kalten (über 8°C) Wasser haben und die Trinkflaschen (besonders an der Trinköffnung) nicht einfrieren.
Gute Isolation schaffen
Für die "Outdoor-Überwinterung" muss der Kaninchenstall dementsprechend wettergeschützt und isoliert sein. Das gilt vor allem für den Ruhe- oder Schutzbereich innerhalb des Kaninchenstalls. Hierbei ist die Decke besonders wichtig, da der größte Anteil (40%) der Wärme nach oben verloren geht und sich sonst auch leicht Kondenswasser an der Decke bildet. Dementsprechend baut man den zu isolierenden Stallbereich doppelwandig, wobei die Innenräume mit ungiftigem und geruchsfreien Dämmmaterial ausgekleidet werden. Hierzu gibt es auch bereits vorgefertigte "Sandwich-Platten". Viele Kaninchenhalter vertreten auch die Auffassung, dass einfache Holzwände zur Isotation ausreichen, zumindestens wenn sie dick genug sind.
Von unten geschieht die Isolation durch eine extrahohe Einstreuschicht und bzw. oder einer zusätzlichen Lage Stroh darunter.
Wärme durch Bewegung und Energiefutter
Auch mit extremen Kältephasen im Winter kommen die Tiere im Kaninchenstall gut zurecht (bei guter Isolation). Wichtig ist dabei, dass sie genug Platz haben, um sich bewegen zu können, und dass ihnen stets genug energiereiche Nahrung zur Verfügung steht, die sie "verheizen" können.
Temperaturen in der Wurfkiste
Speziell für Jungtiere und in der Wurfkiste gelten andere Angaben und es sind hier besondere Bedingungen zu schaffen.

