Ein guter Standort für den Kaninchenstall

 

Der Kaninchenstall soll für den Kaninchenhalter nicht nur praktisch sein, er soll auch schön aussehen und sich gut optisch in sein Umfeld integrieren. Bevor also der Kaninchenstall angeschafft oder gebaut wird, sollte man wissen, wo sein Standort sein wird.

 

Ein Kaninchenstall-Standort mit gutem Klima

Zunächst einmal sollte ein Standort gewählt werden, der ein gutes Klima begünstigt.
Er sollte daher gut wettergeschützt sein:

  • Vor Feuchtigkeit und Nässe (Regen, Schnee, Hagel, ...),
  • vor direkter Sonneneinstrahlung oder zu hohen Temperaturen durch Hitzestau oder mangelnde Lüftung und
  • vor Wind und Zugluft.

Eine besonders effektive Möglichkeit, um den Kaninchenstall wettersicher aufzustellen, ist es, ihn mit der Rückseite an eine Haus- oder Scheunenwand zu platzieren, sodass er von der Wetterseite aus geschützt ist. (Deshalb die Mauer im Hintergrund der Website.) Ideal ist es, wenn er dabei noch unter einem überstehenden Dach steht.

Grundsätzlich sollte man den Kaninchenstall mit der Rückseite zur Wetterseite hin ausrichten. (Meistens kommt der Wind bei schlechtem Wetter eher aus westlicher Richtung, das kann aber je nach Örtlichkeit und Region auch anders sein.)

 

Licht und Schatten

Die richtige Standortwahl sollte auch ein sinnvolles Maß an Helligkeit im Kaninchenstall gewährleisten. In vielen Kellerräumen ist zum Beispiel meistens viel zu wenig Tageslicht.

Schön ist es, wenn ein wenig Morgensonne in den Käfig scheinen kann.

Bewährt hat sich auch ein Standort unter Laubbäumen (z. B. Obstbäume). Dort haben die Kaninchen im Sommer guten natürlichen Schatten und im Winter gelangt dafür etwas mehr Sonne an und in den Kaninchenstall.

 

Ein ruhiger Standort

Da Kaninchen sehr geräuschempfindlich sind, ist es auch wichtig, nach einem möglichst ruhigem Standort zu suchen. Der Geräuschpegel sollte stets möglichst niedrig sein - maximal 60 Dezibel. Auch nur zeitweise Lautstärken darüber können für die Kaninchen schädlich sein.

Störende Geräusch- oder Lärmquellen sind zum Beispiel

  • Straßenverkehr
  • Haus- und Gartenmaschinen
  • Musikanlagen
  • Feuerwerk
  • ...

 

Ein praktischer Standort

Der Standort-Boden sollte gut befestigt sein. Der Kaninchenstall benötigt einen stabilen Stand, er darf nicht im Boden einsinken, schräg stehen oder kippeln. Dafür eignet sich ein festes Fundament, was zum Beispiel

  • gepflastert,
  • mit Waschbetonplatten oder Ähnlichem belegt oder sogar
  • selbst mit Beton ausgegossen ist.

Ein guter Standort sollte auch praktisch für den Kaninchenhalter sein und die tägliche Versorgung, Reinigung, Überprüfung und Fütterung der Kaninchen begünstigen. Dementsprechend sollte er nicht zu weit weg und auch bei schlechtem Wetter gut und leicht zu erreichen sein. Dafür sind befestigte (am besten überdachte) Wege sehr hilfreich.

Direkt am Kaninchenstall sollte ausreichend befestigter und trockener Platz vorhanden sein, da sich dort sonst an den täglich beanspruchten Bereichen bei schlechtem Wetter eine Matschkuhle bilden wird.

Genauso ist auch eine trockene und (auch vor Klein-Nagern) geschützte Lagermöglichkeit für Futter, Einstreu, Geräte, Medikamente usw. direkt am Kaninchenstall mit einzuplanen.

 

Wechselnder Standort für einen Kaninchenstall mit Mini-Gehege

Immer häufiger findet man im Handel schöne, kleine, kompakte Kaninchenställe mit einem integriertem oder angeschlossenen Freilaufgehege, was meistens aus der untersten Etage des Kaninchenstalls besteht. Das ist eine praktische Sache. Die Kaninchen können jederzeit in den kleinen Freilaufbereich nach unten gelangen und sich zum Beispiel dort auf den kühlen Boden legen oder frisches Gras äsen.

Eine wichtige Problematik wird jedoch dabei selten bedacht: Durch die regelmäßigen Ausscheidungen der Kaninchen reichert sich der Boden immer mehr mit Parasiten und Krankheitserregern an. Je nach Beanspruchung muss dann irgendwann der komplette verseuchte Boden unter dem Kaninchenstall abgetragen und erneuert werden.

Einfacher ist es, den Kaninchenstall samt Minigehege regelmäßig (möglichst täglich) zu versetzen. So hat der Boden die Chance, sich immer wieder zu regenerieren und profitiert dabei noch von der Kaninchen-Düngung. Die Kaninchen bekommen so auch immer wieder frisches Gras (zusätzlich zum Futter) und die Infektions- bzw. Ansteckungsgefahr über alten Kaninchenkot, Krankheitserreger und Parasiten wird gemindert.

 

Innenhaltung oder Außenhaltung?

Hier gehen die Ansichten der Kaninchenhalter weit auseinander, was sicherlich auch viel mit den unterschiedlichen Interessen, Zielen (der Kaninchenhaltung) und Werten der Kaninchenhalter zu tun hat.

Auf Kaninchenkaefig.info/ gibt es ein spezielles Kapitel zu dem Thema "Innenhaltung im Kaninchenkäfig oder Aussenhaltung im Kaninchenstall", in dem viele möglichen Gründe für bzw. gegen diese beiden Alternativen gegenübergestellt werden.

Meine persönliche Ansicht ist folgende:

In der Regel ist ein Standort draußen an der frischen Luft und bei ausreichend Tageslicht artgerechter und förderlicher für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kaninchen und dementsprechend der Innenhaltung vorzuziehen, auch wenn eine Kaninchenhaltung in geschlossenen Räumen für den Kaninchenhalter in mancher Hinsicht praktischer ist. Wenn jedoch eine sehr nahe Beziehung zum Kaninchen angestrebt wird, kann wiederum die Innenhaltung sinnvoller sein. (Nicht selten sollen die Tiere einen Lebenspartner ersetzen oder bestimmte Funktionen eines Lebenspartners erfüllen wie zum Beispiel Liebhaben, Kuscheln, Zuhören, einfach nur Dasein, usw.)

 

Was noch für die Standortwahl berücksichtigt werden sollte:

Um einen Kaninchen-Diebstahl zu vermeiden, sollte der Kaninchenstall für fremde Menschen unzugänglich und auch möglichst schlecht sichtbar aufgestellt werden.

Bei der Innenhaltung oder einem Standort auf dem Balkon muss die Genehmigung der Vermieters vorhanden sein. Bei größeren Stallanlagen im Außenbereich müssen auch die kommunalen Vorgaben berücksichtigt werden.